Zu den Fremden bist du gut


Zu den Fremden bist du gut. Eine leicht provokante Feststellung, die einen Vorwurf enthält, dass man besser sein kann als man in Wirklichkeit ist. Und gleichzeitig das Erstaunen, dass der Mensch, den wir lange kennen oder den wir zu kennen denken auf einmal ein neues unbekanntes Gesicht zeigt bei der Begegnung mit einer fremden Person.

Das Element der Fremdheit wirkt sich hier stimulierend aus, es erlaubt die Präsentation eines nichtalltäglichen Selbstbildes, einer Haltung oder eines Verhaltens, weil der Fremde uns nicht kennt. Machen wir das für uns selbst, mehr oder weniger bewusst als fasttherapeutische Handlung, die die Monotonie des Alltags durchbricht? Oder ist es eine falsche Handlungsweise, der trügerische Schein, ein Spiel?
Oder sind wir verurteilt zur „Vielgesichtigkeit“ im Alltag? Die Situationen, in denen wir uns oft befinden, verlangen von uns verschiedene Handlungsweisen und Haltungen ab. Wir reagieren anders auf den Partner in der Anfangsphase einer Beziehung und anders wenn der erste Reiz verflogen ist. Von einer anderen Seite zeigen wir uns bei der Arbeit den Kollegen und dem Chef gegenüber. Wir sind anders als Eltern und anders als Kinder. Also liegt die Vielschichtigkeit und „Vielgesichtigkeit“ oder anders, das Spielenverschiedener Rollen in unserer Natur.

Trotzdem sind das immer wir, es existiert in dem ganzen ein psychisches Verbindungsstück, wir verharren bloß in diesen routinierten Gesichtern und wiederholten Verhaltungsweisen. Der Fremde erlaubt uns das Herausholen dieser Seiten in uns, die uns aufwerten.

Was leitet uns, sodass wir bei der Begegnung mit dem Fremden freundlich, tolerant, humorvoll, hilfsbereit, eloquent und über die Maßen mitfühlend sein können? Steckt dahinter die atavistische Angst vor dem Fremden und hat diese Haltung zum Ziel, dass das Unbekannte „uns gnädig ist“?

Es kommt uns nämlich nicht die Idee, dieses Verhalten, dieses schöne Lebensgefühl, diese Gute unseren Liebsten zukommen zu lassen. Das würde die Gefahr erzeugen, sich jeden Tag so verhalten zu müssen. Wir kehren also wieder zurück zur „Wärme“ der routinierten, alltäglichen Handlungen. Gegenüber Fremden sind wir humorvoll, höflich, tolerant, verständnisvoll, also so wie wir unseren Liebsten im Alltag nicht begegnen.

Es ist natürlich, eine subjektive, kontroverse und möglicherweise einseitige Sichtweise auf diese Fragestellung. Es hat aber die Aufgabe, zur Diskussion anzuregen, zu der wir alle einladen, die diese Seite besuchen. Jeder, der uns seine Antwort zum Thema „Zu den Fremden bist du gut“ zusendet, wird gleichzeitig am Wettbewerb teilnehmen können, aus welchem die interessantesten Antworten auf unserer Internet-Seite www.foreigner.de präsentieren werden. Die 10 besten Arbeiten werden mit Grafiken Berliner Künstler ausgezeichnet. Ihre Verfasser werden auch die Einladung erhalten an unserem traditionellen intellektuell-kulinarischen Treffen in Gesellschaft vom Künstler der Seite www.foreigner.de. teilzunehmen.

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