Schwarzweisss

Mit dem Begriff "schwarzweisss" möchten wir gemischte Ehepaare und Lebensgemeinschaften bezeichnen, in denen Partner aus unterschiedlichen Ländern/Kulturen kommen. Solche Beziehungen gehen immer mehr Leute an. Sie werden wesentlich durch die globalen Kommunikationserleichterungen ermöglicht und durch die Tatsache, dass man sich von einem Land zum anderen, von einem Kontinent zum anderen, binnen weniger Stunden bewegen kann.

Die Zeiten in denen bestraft wurde, dass man eine "Affäre" mit einem Angehörigen einer anderen Nation oder Kultur hatte, sind längst vorbei. Tatsächlich? Ist es heute leichter als früher? Welche Probleme entstehen im XXI. Jahrhundert für solche Beziehungen?

Warum geschieht das überhaupt? Warum finden sich Menschen zusammen, die nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern auch mental sehr verschieden sind? Spielen hier auch wirtschaftliche oder politische Gründe eine Rolle, wenn z.B. eine Europäerin einem Afrikaner mit einer Aufenthaltserlaubnis helfen möchte, oder ein weißer, reicher Mann eine arme Thailänderin heiratet? Und die Liebe? Die gibt es natürlich auch. Ist das reine physische Attraktivität, Neugier oder Lust, die so unterschiedliche Menschen bindet? Wie kommen sie mit den widersprüchlichen Gewohnheiten klar? Welche Reaktionen auf solche Beziehungen werden bei unseren Bekannten, Nachbarn hervorgerufen? Wie weit ändert sich das Leben der Partner, nachdem sie sich für ein solches "Abenteuer" entschieden haben?

Wie lange bleibt die Beziehung bestehen? Diese und andere Fragen werden in unserem Projekt gestellt. Es hat kein Anspruch auf statistische Genauigkeit oder Wissenschaftlichkeit, sondern versteht sich als Kunstprojekt, das in den Alltag getragen wird und sich dort (selbstständig) entfalten soll. Es soll ein Anstoß zur Reflexion geben.

Falls Sie Interesse haben an diesem Projekt teilzunehmen, können Sie uns
einfach eine Email an contact@foreigner.de schreiben.
Oder rufen Sie uns einfach an: 030 / 611 44 97



Marcello aus Italien: Was mich an ihr fasziniert ist, abgesehen davon, dass sie als Japanerin aus einer besonders interessanten Kultur kommt, einerseits die Tatsache, dass sie einfach, intellektuell nicht kompliziert denkt und andererseits sehr intuitiv bei den wesentlichen Dingen sein kann. Vielleicht hat sie durch die Kunst der Kaligraphie eine meditative Ruhe erreicht, die ich nicht habe und auch sehnsuchtsvoll suche.

Hana aus Japan: Ich mag die Atmosphäre, die er schafft. Wenn ich ihn sehe, dann habe ich immer Laune zu malen. Mich nervt, dass er ein bisschen zu wenig versteht, dass ich aus einer ganz anderen Kultur komme. Er ist ein Europäer und ich bin eine Asiatin. Das ist ein Unterschied.
Pardal aus Brasil: Am meisten fasziniert mich ihre Fröhlichkeit, ihr Charakter, und die Art, wie sie sich für bestimmte Dinge interessiert.

Marianne aus Brasil: Ich habe in Brasilien verschiedene Kurse gemacht: Tanz, Theater, Musik. Ich weiß, dass ich mich auf die deutsche Sprache konzentrieren muss, ich vermisse aber diese Kurse.
Moussa aus Burkina Faso: Am meisten bin ich von ihrem Verständnis und ihrer Toleranz fasziniert. Sie verteilt auch alles und ist sehr offen.

Susanne aus Deutschland: Er ist das Gegenteil von mir. Er ist sehr geduldig, offen für Neues und unheimlich leicht zu begeistern. Die Dinge für die er sich interessiert, die zieht er auch durch, ist total begeistert und kann auch die anderen
mitreißen.
Tobias aus Deutschland: In den ersten Jahren in Neapel habe ich eine unglaubliche warmherzige "Integration" erlebt. Die Leute waren sehr neugierig. Ich war ein wenig wie ein "bunter Hund", weil ich mich von den meisten Italienern äußerlich unterschied.

Rosa aus Italien: Tobias will immer die Wahrheit sagen und die ganzen Probleme sofort konfrontieren. Ich bin nicht so. Ich muss erstmal nachdenken und dann kann ich reden.
Abdoulaye aus Senegal: Ich alleine gab Frühstück für 350 Leute. Ob Dekoration, ob Obst schneiden, Salamiplatten machen, Rühreier anbraten, ich war darin besser als alle. Mein Chef war darauf neidisch und hat mich deswegen rausgeschmissen.

Tina aus Deutschland: Wenn er einmal an etwas glaubt, dann glaubt er daran fest und ich habe den Eindruck, dass er die Meinungen anderer gar nicht akzeptieren kann - nur seine
und das stört mich oft. Es gibt aber auch Dinge, die ich gut finde. Er denkt, wenn man etwas Gutes getan hat, dann bekommt man auch etwas Gutes. Das finde ich schön.
Georgios aus Griechenland: Je mehr Sprachen die Leute lernen, desto mehr Sitten nehmen sie auf (wenn auch nicht immer gute, was sich aber ausgleicht) und desto offener und friedlicher werden die Menschen. Nur dadurch kommt Frieden,
sonst nicht.

Manuela aus Deutschland: Physisch habe ich abgenommen. Innerlich bin ich etwas ruhiger geworden. Früher war ich ein sehr aktiver Mensch. Ich wollte immer viel mit Menschen sprechen und mich viel bewegen. Das hat mich immer heraus gezogen.
Alexis aus England: Manchmal ist sie wie eine Straßensperre. Das bedeutet, wenn ich irgendetwas mache, muss ich anhalten und es fällt mir dann schwer weiter zu machen.

Anke aus Deutschland: Hier in Deutschland habe ich manchmal das Gefühl, dass man nicht am Establishment vorbei kommt. Alles ist wie betoniert. Ich habe den Eindruck, dass es oft an Offenheit fehlt und anderen Leuten Vertrauen zu schenken.